
Das Zeichen für Allah

Ramadan: Essen nach Sonnenuntergang
Das ist allerdings kein Grund, sich vor dieser Religion zu fürchten. Ägypten ist, wie viele ehemalige Kolonien, die erst nach dem zweiten Weltkrieg das Recht erhielten sich selbst zu regieren, immer noch damit beschäftigt eine eigene, zeitgemäße Identität zu finden. Die Fundamentalisten sind diejenigen, die auf der Suche in die Vergangenheit blicken und ein starke nationale Identität beruhend auf der Religion sehen.
Die Regierung hingegen blickt in Gegenwart sowie Zukunft und ist im übrigen sehr schlecht auf die Fundamentalisten zu sprechen, weil sie ihrem Ziel, der Marktwirtschaft und dem Anschluß des Landes an die Weltwirtschaft, im Wege stehen. Das gilt besonders für Hurghda, denn hier haben die Menschen die angenehmen Seiten einer Veränderung stets vor Augen.
Es bleiben die Gebräuche einer hochentwickelten Kultur, die nichts an ihrer Kraft verloren hat, eine Gemeinschaft unter Menschen herzustellen: Der Ruf des Muezins vom Minarett hinab zum Gebet, das Beten gen Mekka - während des Ramadan im Winter sogar auch mal auf dem Boot, wenn die Sonne gerade untergeht -, der Ramadan selbst als Zeit des gemeinsamen Fastens und Zusammenseins; dann wenn die Tage kurz sind, Sonnenlicht knapp und die Stimmung der Meisten Menschen verheerend ist.
Es hat schon etwas magisches und traumhaftes, wenn man das Streben nach Individualismus im Westen und die damit verbundene Vereinzelung gewohnt ist.